Digitale Identität, digitale Abhängigkeit? Wie Cloudisierung und Plattformisierung unsere Freiheit gefährden – und welche Auswege es gibt
Digitale ID, elektronische Patientenakte, digitales Zentralbankgeld, Cloud-Arbeit über Microsoft 365, Einkaufen bei Amazon, Reisen mit Airbnb und Uber:
Die Liste der digitalen Lebensbereiche wächst täglich – bequem, effizient, scheinbar alternativlos. Doch diese scheinbar technologische Modernisierung birgt in Wahrheit eine tiefgreifende Transformation unseres Freiheitsbegriffs. Sie verändert nicht nur, wie wir leben – sondern auch wer die Kontrolle über dieses Leben ausübt.
Was geschieht bei der Digitalisierung unserer Identität und Daten?
Die Einführung einer digitalen ID bedeutet mehr als nur ein „moderner Ausweis“. Es handelt sich um ein zentrales Identitätsregister, das mit Gesundheitsdaten (digitale Patientenakte), Finanzdaten (digitales Zentralbankgeld), Steuerdaten, Mobilitätsdaten und vielem mehr verknüpft wird. In Kombination mit Cloud-Technologien ergibt sich ein umfassendes, dauerhaft zugängliches digitales Abbild des Bürgers – ein „Gläserner Mensch“, gespeichert und verarbeitet auf Servern, die sich selten in nationalstaatlicher Hoheit befinden.
Diese digitalen Systeme laufen meist über die Infrastruktur privater Großkonzerne: Microsoft, Amazon Web Services (AWS), Google Cloud. Das bedeutet: Der Staat – und damit wir als Souverän – gibt die faktische Kontrolle über kritische Dateninfrastrukturen an global agierende Konzerne ab.
Cloudisierung der Arbeitswelt: Die stille Enteignung der digitalen Souveränität
Durch Microsoft Teams, Office365 und die Verlagerung nahezu aller Verwaltungs- und Kommunikationsprozesse in die Cloud wird nicht nur unsere Arbeit abhängig von US-Serverfarmen. Es entsteht eine digitale Monokultur: Ein Wechsel oder lokales Arbeiten wird oft gar nicht mehr ermöglicht. Mit der wachsenden Abhängigkeit sinkt die Widerstandsfähigkeit – technische, ökonomische und politische.
Plattformisierung: Amazon, Airbnb, Uber – der Verlust von Selbstbestimmung im Alltag
Plattformen wie Amazon, Airbnb oder Uber bieten Komfort – aber zu welchem Preis? Sie sind keine bloßen Dienstleister, sondern steuern über ihre Algorithmen das Angebot, setzen Preise, und üben faktisch Marktmacht aus, die über klassische Monopolstellungen hinausgeht. Kunden wie Anbieter sind vollständig von der Gnade der Plattformbetreiber abhängig. Wird ein Konto gesperrt, ist oft keine Berufung möglich – digitale Verbannung als neue Form der sozialen Kontrolle.
Die stille Gefahr: Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs)
Das digitale Zentralbankgeld, das in der EU mit dem „digitalen Euro“ geplant wird, könnte die bisherige anonyme Bargeldnutzung weitgehend ersetzen. Kombiniert mit digitalen IDs und Echtzeit-Überwachung wird eine vollständige Transaktionskontrolle möglich. Einschränkungen der Nutzungsdauer, geobasierte Verwendungsverbote oder soziale Kredit-Systeme – wie in China – wären technisch umsetzbar.
Digitale Abhängigkeit = Verlust demokratischer Souveränität
Wenn zentrale Lebensbereiche – von Identität über Kommunikation, Geld, Gesundheit und Arbeit – in digitalen Systemen gespeichert und kontrolliert werden, deren Architektur nicht von den Bürgern, sondern von Konzernen und supranationalen Institutionen definiert wird, dann bedeutet das: Demokratie verliert ihre Grundlage. Selbst grundlegende Rechte aus dem Grundgesetz – wie informationelle Selbstbestimmung, Berufsfreiheit, Eigentum und Privatsphäre – werden so zur Illusion.
Aber es gibt Alternativen: Wege zu digitaler Selbstbestimmung
✅ Freies mobiles Leben mit Volla
Das Volla Phone, entwickelt in Deutschland, verzichtet bewusst auf Google-Dienste und setzt auf offene Software wie Volla OS (basierend auf Android Open Source) oder Ubuntu Touch. Keine Cloud-Zwangsanbindung, keine Datenweitergabe an Big Tech – stattdessen Fokus auf Datensouveränität, Offline-Funktionalität und Sicherheit.
✅ Rechnerlotsen: Ein freier Computer mit Linux
Die Rechnerlotsen bieten individuell konfigurierte Linux-Computer, auf denen freie Software läuft – ganz ohne Windows-Zwang, Microsoft-Konto oder Cloud-Abhängigkeit. Diese Rechner fördern digitale Mündigkeit, da sie transparent, nachvollziehbar und auf Wunsch vollständig offline nutzbar sind. Zudem sind sie robust, langlebig und reparaturfreundlich – ein Gegenmodell zur geplanten Obsoleszenz.
Fazit: Digitalisierung ja – aber in Freiheit und Eigenverantwortung
Digitalisierung muss nicht gleichbedeutend mit Fremdkontrolle, Überwachung und Abhängigkeit sein. Sie kann – richtig gestaltet – zu einer Stärkung von Eigenverantwortung, Teilhabe und Freiheit führen. Doch dafür braucht es bewusste Entscheidungen gegen Bequemlichkeit und für Selbstbestimmung.
Was wir brauchen, ist keine blinde Fortschrittsgläubigkeit, sondern ein kritischer Digitalhumanismus, der sich an den Werten des Grundgesetzes und dem Schutz individueller Freiheit orientiert. Nur dann kann die digitale Zukunft auch eine menschliche Zukunft sein.
Teile diesen Beitrag mit Menschen, die noch glauben, Digitalisierung bedeute automatisch Fortschritt – und hilf mit, neue Wege zu echter Souveränität zu ebnen.
Weitere aufschlussreiche Beiträge zu den Themen digitale ID, digitale Patientenakte, CBDCś und digitalen Plattformen findest du im Mitgliederbereich der GfKb. Wir verfolgen die Entwicklung aufmerksam und erstellen dazu regelmäßig Lagebeurteilungen.